Spracharbeiter?

Ich arbeite gerne mit Sprache.

Warum?

Sprache ist etwas Tolles! Sie verbindet Menschen. Sie überträgt Gedanken, Gefühle -in Romanen ganze Welten- von einem Menschen zum Anderen. Dabei ist Sprache hochflexibel und doch belastbar. Man kann fast alles aus und mit ihr machen.
Ich liebe Sprache! Ich formuliere und erkläre gern. Und ich sorge gern dafür, dass Gedanken, die auf Reisen geschickt werden, auch so ankommen können, wie sie gemeint sind.

2025


Der Quellstein

Hoch in den Bergen entspringt aus einer Quelle der Fluss der Sprache. Ein tiefer Stollen führt hinab in das Gestein aus dem unbändig viele, viele Wörtchen und Wörter und auch so manches Wort quillt, als wären Sie Wasser. Und dieses Wasser tränkt das Land, lässt Nahrung wachsen und Mühlräder drehen, es löscht den Durst und lässt Schiffe fahren, Menschen verbinden und wäscht den Schmutz aus den Kleidern.

Im Quellbecken liegt der große Stein des Unsagbaren unter dem Wasser. Nur manchmal hebt das Aufsteigende den Stein an und lässt ihn kurz auftauchen. Von außen ist er schwarzweiß marmoriert. Das Aufsteigende bringt so manches mit aus dem Tiefen: Weißes, Graues und auch Dunkles, das sich größtenteils am Stein anlagert. Wer genau hinsieht, kann erkennen, dass sich das Helle zum Hellen und das Dunklere zum jeweils Dunkleren lagert. So hält der Quellstein viel Unsägliches und Unsagbares zurück.

Der Stein birgt den Zauber, das Dunkle, das sich anlagert, nach und nach in sein Innerstes zu transportieren und dort zu verschließen. Manchmal aber kann es sein, wenn Worte lange genug im Quellbecken bleiben, dass der Stein ein wenig seiner hellglitzerndsten äußersten Schicht an sie abgibt. Diese Worte schillern dann in allen Farben, manche leuchten in der Nacht. Sie lassen Verdorrtes erblühen, können heilen und Menschen verändern. Doch nur denen, die lange an der Quelle ausharren und immer wieder übend aus ihr schöpfen gelingt es, ein paar Tropfen davon zu bekommen. So kommt es, dass von Zeit zu Zeit unsagbar Schönes Geist, Gedanken und Herz erfrischen kann. Direkt aus der Quelle für Einzelne geschöpft in Liebkosungen, oder doch für Viele, den langen Fluss der Sprache hinabfließend in Gedichten, Geschichten und Bonmots.

Doch die Kunst des an der Quelle Wartens beherrschen nicht viele. Manche sind schon mit Hämmern und Brecheisen losgezogen und wollten das Helle des Steines in großen Mengen bergen. Doch, so wie der Zauber des Quellsteins das Dunkle nach innen bringt, so verwandelt er jedes Stück, das mit Gewalt gebrochen wurde, in braunen stinkenden Schlamm.

Derzeit brechen Sie schon so lange am Stein, dass einige am Fluss sich an den Beigeschmack gewöhnt haben. Ja mehr noch: Weil so selten das hellglitzernde Wortwasser ihre Lippen benetzte, beginnen sie zu glauben, das Brackwasser sei das Wunderbare. Und sie bejubeln die Steinbrecher. Und manch einer von denen, die es besser wissen müssten, steigt nun auch mit hinauf, beginnt nun auch den Stein zu brechen, auf dass der Jubel des Tales auch ihm gelte.

Und in der trüben Brühe wird es schwerer und schwerer noch Glitzerndes zu finden. Und wenn sie so weitermachen, wird der Stein so klein werden, dass der in den Stollen sinkt und diesen verschließt.

Und dann?

Januar '25

Umso b‘schissener die Zeiten,
Umso angstvoller der Blick:
Eines wiss’mer: „Nee die alten
Zeiten woll’n’mer nich‘ zurück!“

Einen Zaun drum? 40 Jahre
Hatten Zonies das – genug!
Und was vorher war? Bewahre
Uns der Herrgott vor dem Spuk!

Wir woll‘n Menschen sein und bleiben,
Menschlich allen zugewandt!
Bess’rer Zukunft zuwärts treiben
Möge mit uns unser Land.

Doch das wird leider nicht gehen
In der Tasche mit den Händen.
Willst Du bess’re Tage sehen?
Musst Du selbst Dich dahin wenden.

Musst versöhnen Dich und streiten,
Diskutieren, widersprechen,
Dich erinnern an die Zeiten,
Die nicht wieder vor soll‘n stechen.

„Das wird einfach!“ Das sagt Niemand.
Wer das sagt, dem glaube nicht!
Vor uns liegt manch schwierig Umstand,
Vor uns liegt bestimmt Verzicht.

Dieses: „Höher! Schneller! Weiter!“
hat der Welt nicht gutgetan.
Wir woll’n „Ehrlicher und Fairer“
Und wir woll’n, dass heut‘ fängt an,

Das zu wachsen, zu entstehen
Was der Welt zuträglich ist.
Wenn Du mitmachst, kann das gehen,
Dann auch Du die Zukunft bist!

Autor

Gedichtetes

Sonnenfleck


Sonnenflecken wandern durch den Nebel
Tauschen grau in grau mit Leuchten ein
Würde solch ein Schein doch mit mir wandern
Oder wär' doch immer Sonne - nein.

Gras durchbricht das Pflaster dieser Plätze
Taucht in Grün was öde ist und tod
Würde Hoffnunsgrün doch in mir wachsen
Und durchbrechen den versteinert' Trott.

Wo du bist wächst Gras über mein Leben
Wo du bist tropft Farbe in mein Bleich
Wärest du doch immer nah, nie ferne
Wärest du, dann wäre ich so reich.


Geschichtetes (Gedachtes)

Dschihad
Er sitzt mir gegenüber in der U-Bahn. Ein bisschen verlottert- arabischer Typ. In einer mir unbekannten Sprache murmelt er immer wieder den selben Satz vor sich hin. Stehen da Tränen in seinen Augen? Er murmelt weiter vor sich hin - schließt die Augen und wiegt seinen Kopf wie in Trance hin und her - murmelt weiter die Worte - dann hält er plötzlich inne, klopft sich auf die Brust, öffnet zittrig seine Jacke ein Stück und greift hinein!
Ich höre etwas klimpern, ein Klicken.
Mir steht der kalte Schweiß auf der Stirn.
Er hört auf zu wühlen und fängt an, über das ganze Gesicht zu strahlen - oder grinst er diabolisch?
Er zieht einen Ring hervor !
-
Mein Herz rast im Hals!
An einer Kette!
-
Mein Herz steht!
Mit einem letzten Ruck reißt er an der Kette!
- "Das ist das Ende!!!"
denke ich.

Vor ihm baumelt eine Taschenuhr.

Gesichtetes (Geschehenes)

Sicherheit bei der Nachtfahrt
„Sowas brauch ich nicht!“ Das dachte ich sehr lange. „Viel zu teuer.“ „Was soll ich damit?“ Doch immer mehr Leute legten sich sowas zu und in meinem Alter (ich war 18) hatte JEDER eins. (Die Argumente sind gleich geblieben, nur das Alter hat sich verändert…)
Und erschwerend kam hinzu, dass ich zwischen Wermsdorf und Collm (ich absolvierte da mein FSJ) mit meinem Fahrrad unterwegs war. 7,1 km mitten durch den Busch. Waldwege mit Wurzeln und Schotter und Pfützen und ohne Beleuchtung – oder 8,5 km ausgebaute Schnellstraße ohne Radweg und gefüllt mit entnervten Schnellnachhauseautorennfahrern. Dann lieber quer durch den Busch.
Als der Herbst kam und ich dann täglich im Dunklen durch den Tann radelte, wuchs in mir doch der Gedanke, lieber für mehr Sicherheit zu sorgen.
Ergebnis: Ich wurde stolzer Besitzer eines Nokia 5110. Schwarz, 3x4 Ziffernblock incl. Raute- und Sterntaste, darüber Menu-, Scroll-, und Telefontaste, ein 84x48 Punkte Bildschirm, der SMS in drei Zeilen darstellen konnte! 170 Gramm schwer. Außerdem bereits an Bord: Das Spiel: „Snake“. Die kleine Schlange auf dem Bildschirm ließ sich mit den Tasten 2, 6, 8 und 4 in die vier Himmelsrichtungen lenken. Aufgabe war es, die Schlange kleine Punkte zu fressen zu lassen, die dazu führten, dass die Schlange immer länger wurde. Gleichzeitig durfte die Schlange weder sich selbst, noch die Bildschirmbegrenzung berühren – fertig war der stundenlange Spielspaß und meine Nachmittage gerettet. Ebenfalls an Bord: 30 Klingeltöne. Damals war es noch schlimmer als heute, denn wann immer die Nokia-Kaskade: „Düdüdamdam- Düdüdamdam- Düdüdamdamdam“ erklang suchten 50% der Leute in der Umgebung nach dem Telefon.
Ich war sehr froh, dass ich dieses Gerät nun hatte. Mit einem Prepaid-Vertrag von EPlus. Ich fühlte mich auch, als ich mit dem Ding durch den Wald fuhr, viel sicherer...
...bis ich es herausholte und feststellte, dass ich mitten im Busch sowieso keinen Empfang hatte…

Gesagtes

Hier gibt es die Geschichte: "Der rote Hahn"
von mir gelesen ...link (extern)

Gesendetes

am 13. März 2019 feierte radioeins den 190. Geburtstag der "Donaudampfschiffahrtsgesellschaft" mit dem Aufruf an alle Zuhörenden ein möglichst langes Kompositum (zusammengesetztes Hauptwort) mit Donaudampfschiffahrtsgesellschaft auf den Anrufbeantworter zu sprechen. Ich gewann mit einem Wort mit 259 Zeichen:

"Donaudampfschifffahrtsgesellschaftsnachfolgevereinigungsbevollmächtigtenversammlungsplenarraumdekorationsfondsverwaltungsakteneinsichtsantragsformularerstellungsbeiblattzuschneidemaschinenölkännchenzierziselierschlägelholzgriffsplitterschutzlackierung

Liedermacher

Liederliches

Meine Texte sind ein Prüffall für Zwerchfell, Herz und Hirn.
Zwischen Weltschmerz und Wahnsinn sind sie alle -samt und sonders- hoffnungslos-hoffnungsvolle Fälle.

Derzeit

sammle ich leider eher Ehrenämter, denn Liedideen - so spielt das Leben - ich setzte meine Begabung anderwärtig ein...

Früher (Hust-Staub)

2011 erschien "Kleinod - der letze große Wurf"
Die EP mit sechs (für alle die mitfinanziert hatten als "Spezialedition" elf) Liedern habe ich bei Denny Hellbach aufgenommen.

2008 Jubiläumskonzerte "10 Jahre Bömme"

2000 Gewinn des Bundeswettbewerbs "Schüler machen Lieder". Einladung nach Berlin, Preisträgerkonzert, Workshops.

Auftrittsorte (klassisches "name-dropping")

Reutersaal HU
Vorlesungssaal Technikmuseum
Kultlounge SM Lehrter Str.
div. Kirchen: u.A. Jonsdorf, Schalkau, Berlin, Stollberg

für die Ohren

"Schulzeit" Konzertmitschnitt

"Angst" Demoversion

Weihnacht 2022

Heute (24.12.) schwang der Weihnachts-Klassiker
"have yourself a merry little christmas" (E. H. Martin)
durch mein Herz und Hirn, als wir in den Weichnachtsendspurttrubel rasten...

Euch allen eine feine kleine Weihnacht, wie es Euch passt und kommt behüt(h)et ins neue Jahr!

Advent 2022

Ein paar neue Strophen für einen alten Advents-Klassiker:


der Text

Wenn Du wissen willst, was der Anlass dazu war, kannst Du das hier (interner Link) erfahren.